DIE VISION VOM RECHENZENTRUM POTSDAM

In einem Video über den geplanten Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam (https://youtu.be/be5UmLQxFNc) wird bei Minute 1:30(https://youtu.be/be5UmLQxFNc?t=1m30s) das Rechenzentrum Potsdam komentarlos aus dem Stadtbild entfernt. Doch die NutzerInnen des Rechenzentrums werden nicht komentarlos veschwinden.
Dieses Video zeigt eine andere Vision der Zukunft der Stadt und des Wiederaufbaus der Garnisonkirche. 

WAS IST DAS RECHENZENTRUM?

Das Rechenzentrum (http://www.rz-potsdam.de) ist ein Zentrum für Kunst, Kreativwirtschaft und Kultur. Es ist ein offener Ort für Begegnung, Aktionen und Kollaborationen mitten in der Stadt. 
Seit dem Auszug der IT Verwaltung des Landes Brandenburg werden die ehemaligen Büro- und Beratungsräume des alten Rechenzentrums als Ateliers, Büros und Lagerräume von Kunst- und Kreativschaffenden aus Potsdam und der Region genutzt:
Auf fünf Etagen und über 5000 Quadratmetern entwickeln, produzieren und teilen hunderte Kunst- und Kreativschaffende hier ihre Ideen und Projekte. 

Das Haus ist voll belegt. Aktuell mieten 250 Menschen von 20 bis 70 Jahren 225 Räume. 1000 Besucher*innen gehen wöchentlich zu Kursen, Workshops und Besprechungen ein und aus. Tausende Gäste kommen zu den großen und kleinen Veranstaltungen zu uns. Das Rechenzentrum gewinnt an Anziehungs- und Strahlkraft - zunehmend auch über Potsdams Grenzen hinaus. 

Das Rechenzentrum ist bereits jetzt essentieller Kristallisationspunkt für künstlerische, kreative und soziale Experimente einer diverser werdenden Bevölkerung: Hier werden die die grenzübergreifenden Dialoge in Zeiten von Rechtspopulismus geführt und Arbeitsformen für eine kreative, digitale Arbeitswelt entwickelt und gelebt. Das Rechenzentrum ist ein Ort für die Stadt und ihre Zukunft.

Die Nutzungszeit ist gegenwärtig bis Ende August 2018 befristet. Alternative Immobilien sind nicht in Sicht. Wir, die Nutzer*innen des Rechenzentrums und unsere Unterstützer*innen, möchten das Projekt „Rechenzentrum“ nicht beenden. Unsere gemeinsame Mission ist der langfristige Erhalt des Rechenzentrums. Für die Entwicklung des Rechenzentrums zu einem lebendig und dauerhaft nutzbaren Gebäude gründen wir den Verein „FÜR e.V. - Freundliche Übernahme Rechenzentrum".


Video: R. Saling

Barrierefreiheit an der alten Fahrt Potsdam
















Zur derzeitigen Situation an der neuen Uferpromenade hat das Planungsbüro Saling – barrierefreie Konzepte zwei mögliche Lösungsansätze entwickelt.

Barrierefreiheit mit einem Euroschlüssel zu ermöglichen ist von der Wand bis zur Tapete gedacht.
Wie schon von anderen berichtet bekommt diesen Schlüssel nicht jede Person und im deutschen Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) §4 ist die Barrierefreiheit klar definiert:

„Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.“

Weiterhin steht in der Brandenburgischen Bauordnung (BbgBO) unter § 45 Barrierefreies Bauen:

„Bauliche Anlagen und andere Anlagen und Einrichtungen, die für die Öffentlichkeit bestimmt oder
allgemein zugänglich sind, müssen in den dem allgemeinen Besucherverkehr dienenden Teilen barrierefrei sein.“

Laut dem Bebauungsplan ist die Fläche der Freitreppe als öffentliche Verkehrsfläche definiert. Es stellt sich daher die Frage, ob an dieser Stelle nicht gegen die Bauordnung verstoßen wurde?

Was mich an dieser Angelegenheit aber am meisten stört, ist die Tatsache das Barrierefreiheit auf eine Gruppe von Menschen mit dauerhaften Beeinträchtigungen begrenzt wird. Vielmehr ist es doch als soziale Gleichstellung aller Menschen im öffentlichen Raum zu sehen. Dazu gehören demzufolge auch temporär beeinträchtigte Menschen, wie z.B. Schwangere Frauen bzw. Mütter mit Kinderwagen, oder Menschen die aufgrund einer OP, für kurze Zeit mobil eingeschränkt sind. Aber auch viele ältere Menschen, Radfahrer, Tiere und viele mehr profitieren von einer Barrierefreiheit.

Leider besitzt Barrierefreiheit immer noch einen klinischen Beigeschmack in den Augen der Architekten. Was für viele andere ein selbstständiges Leben bedeutet, stellt den Planer in den meisten Fällen vor eine gestalterische Barriere und den Bauherren vor teilweise immense Mehrkosten. Zum Glück gibt es immer mehr Vorzeigeprojekte um diese Blockade im Kopf des Endwerfers zu lockern um neue Wege einzugehen.

Natürlich ist mir als Planer von barrierefreien Konzepten auch die Diskrepanz zwischen Kostenoptimierung und Ausmaß einer Rampe bewusst. Von daher ist es mir auch nicht unverständlich, warum hier nach einer semioptimalen Lösung gesucht wurde. Eine Euroschlüssel Variante als Lösung hierfür, kann ich allerdings nicht nachvollziehen.
Zudem ist die Freitreppe als architektonisches Mittel im Städtebau, meiner Meinung nach, ein zwar sehr schönes aber mittlerweile überholtes Element. Zeitgemäßer wäre hier schon der Versuch eine „Freirampe“ oder eine Kombination zu schaffen.

Den Fahrstuhl am Hafen als Alternative zu nennen ist in meinen Augen auch keine Lösung. Zum einen ist dieser derzeit nicht sichtbar und verstellt (Siehe Fotos Anhang), zweitens kann es auch hier immer wieder passieren das er Defekt ist und in diesem Fall müssten die Besucher des Hafens oder der Uferpromenade einen Umweg von bis zu 700m bewältigen.

Eine Rampe mit Kehre, wie von vielen gefordert, ist an dieser Stelle zwar Möglich erfordert aber viel Grundfläche. Um es für den Laien ein wenig zu verdeutlichen, würde die Grundfläche zur Errichtung einer Rampe mit Kehre über 50 qm einnehmen, das ist mehr als die Freitreppe zur Zeit an Grundfläche besitzt. Zu dem kann man an dieser Stelle auch nicht von einer Rampe sprechen, sondern von insgesamt 5 Rampen.
In Deutschland gibt es bei barrierefreien Rampen eine Steigung von 6% mit einer maximalen Lauflinie von 6m. Damit ist es möglich eine Steigung von 0,36m zu bewältigen, quasi zwei Stufen. Nach jedem 6m Abschnitt muss ein Zwischenpodest von 1,50m eingeplant werden. Die Freitreppe an der alten Fahrt hat einen Höhenunterschied von ca. 1,60m und daher werden 5 Rampen incl. 4 Zwischenpodesten benötigt.